Glossar: Schädlingsbekämpfung verständlich erklärt
Die wichtigsten Begriffe der Schädlingsbekämpfung — vom Kammerjäger über Vergrämung und Umsiedlung bis zur Oothek — kurz und klar, ohne Fachchinesisch.
Erst bestimmen, dann behandeln
Viele Fachwörter der Schädlingsbekämpfung klingen komplizierter, als sie sind. Wir erklären die wichtigsten Begriffe in klarer Sprache — damit Sie wissen, wovon die Rede ist, wenn wir Ihren Fall besprechen.
Am Anfang steht immer die richtige Bestimmung: welche Art, wie stark der Befall und welcher Weg erlaubt und sinnvoll ist. Erst daraus ergibt sich das passende Verfahren.
Rund um die Schädlingsbekämpfung gibt es viele Fachwörter — und für fast jedes auch einen Alltagsbegriff. Hier erklären wir die wichtigsten kurz und klar. Haben Sie eine konkrete Frage, beraten wir Sie gern am Telefon.
Beruf und Vorgehen
- Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger)
- „Schädlingsbekämpfer“ ist die korrekte Berufsbezeichnung — ein anerkannter Ausbildungsberuf. „Kammerjäger“ ist der alte Alltagsbegriff. Gemeint ist beide Male dieselbe Fachperson.
- Ungezieferbekämpfung
- Umgangssprachlich für Schädlingsbekämpfung. „Ungeziefer“ ist ein wertender Alltagsbegriff; fachlich spricht man von Schädlingen.
- Sachkundenachweis
- Der gesetzlich geforderte Nachweis, dass jemand bestimmte Biozide und Gefahrstoffe fachgerecht anwenden darf (u. a. nach TRGS 523). Ein echtes Qualitätsmerkmal.
- Integriertes Schädlingsmanagement (IPM)
- Das Fachkonzept aus Monitoring, Vorbeugung und gezielter Bekämpfung. Statt blindem Sprühen wird erst bestimmt, dann gehandelt.
Methoden und Mittel
- Vergrämung
- Das Vertreiben von Tieren, ohne sie zu töten. Bei geschützten Arten, Tauben und beim Marder der erlaubte Weg.
- Umsiedlung (Umsetzen)
- Ein Nest wird abgesaugt und an einen sicheren Ort versetzt — der bevorzugte Weg bei Wespen und der Regelweg bei der geschützten Hornisse.
- Aussperren / Zugangssicherung
- Das dauerhafte Abdichten aller Einschlupfstellen — der nachhaltige Kern bei Marder, Mäusen und Ratten.
- Wärme-/Hitzebehandlung
- Räume oder Gegenstände werden auf hohe Temperaturen gebracht, die alle Stadien abtöten — chemiefrei. Üblich bei Bettwanzen (etwa 50–60 °C) und Holzschädlingen.
- Begasung
- Ein Sonderverfahren, etwa gegen Holzschädlinge. Anzeige- und genehmigungspflichtig und nur durch zertifizierte Fachbetriebe zulässig.
- Rodentizid / Biozid
- „Rodentizid“ ist das Fachwort für Nagetiergift, „Biozid“ der Oberbegriff. Im Freien und öffentlich nur durch Sachkundige ausgebracht.
- Köderschutzbox / Ködergel
- Geschlossene Boxen sichern den Köder vor Kindern, Haustieren und anderen Tieren. Ködergel kommt vor allem gegen Schaben und Ameisen zum Einsatz.
- Oothek (Eikapsel)
- Das Eipaket der Schaben. Weil daraus immer wieder Tiere nachschlüpfen, ist bei Schaben meist eine Nachbehandlung nötig.
- Bohrmehl
- Das feine Mehl, das Holzschädlinge beim Fraß hinterlassen. Helles, frisches Bohrmehl deutet auf einen aktiven Befall hin.
Arten richtig einordnen
- Schabe (Kakerlake)
- „Schabe“ ist der Fachbegriff, „Kakerlake“ der Alltagsbegriff — häufig die Deutsche Schabe. Harmlos und oft verwechselt ist das Waldschäbchen.
- Wespe
- In Deutschland gibt es rund 16 staatenbildende Arten. Nur die Deutsche und die Gemeine Wespe gehen gezielt an Essen.
- Hornisse
- Die heimische Europäische Hornisse ist besonders geschützt und friedlicher als ihr Ruf. Davon zu unterscheiden ist die invasive Asiatische Hornisse.
- Ratte und Maus
- Meist die Wanderratte und die Hausmaus. Rattenkot ist groß und länglich, Mäusekot klein und reiskorngroß.
- Steinmarder
- Der „Marder“ im Dach und am Auto. Er unterliegt dem Jagdrecht; erlaubt sind Vergrämen und Aussperren.
- Holzwurm und Hausbock
- „Holzwurm“ ist die Larve des Gemeinen Nagekäfers. Der Hausbock befällt verbautes Nadelholz und ist statisch besonders kritisch.
- Silberfischchen
- Kleine, silbrig glänzende, harmlose Insekten in Bad und Küche — vor allem ein Hinweis auf zu hohe Luftfeuchtigkeit.
- Bettwanze
- Ein nachtaktives, blutsaugendes Insekt, das sich tagsüber in Ritzen am Schlafplatz versteckt. Häufig nach einer Reise eingeschleppt.
Schädlings-Kategorien
- Gesundheitsschädlinge übertragen Krankheiten oder Keime — zum Beispiel Ratten und Schaben.
- Vorratsschädlinge befallen Lebensmittel und Vorräte — zum Beispiel Lebensmittelmotten.
- Materialschädlinge schädigen Material und Bausubstanz — zum Beispiel Holzschädlinge und Kleidermotten.
- Lästlinge stören nur, ohne echten Schaden — zum Beispiel Silberfischchen.
Recht und Schutz — kurz erklärt
- Naturschutz (§ 39 BNatSchG)
- Wild lebende Tiere stehen unter allgemeinem Schutz; man darf sie nicht ohne vernünftigen Grund fangen, verletzen oder ihre Nester zerstören.
- Besonders geschützte Arten
- Dazu zählen die Europäische Hornisse und manche Wildbienen und Waldameisen. Hier ist Töten oder Zerstören grundsätzlich verboten.
- Melde- und Bekämpfungspflicht
- Bei Ratten besteht in vielen Kommunen eine solche Pflicht über kommunale Satzungen. Ob sie greift, klären Sie beim örtlichen Ordnungs- oder Gesundheitsamt.
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