Glossar

Glossar: Schädlingsbekämpfung verständlich erklärt

Die wichtigsten Begriffe der Schädlingsbekämpfung — vom Kammerjäger über Vergrämung und Umsiedlung bis zur Oothek — kurz und klar, ohne Fachchinesisch.

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Verständlich erklärt

Erst bestimmen, dann behandeln

Viele Fachwörter der Schädlingsbekämpfung klingen komplizierter, als sie sind. Wir erklären die wichtigsten Begriffe in klarer Sprache — damit Sie wissen, wovon die Rede ist, wenn wir Ihren Fall besprechen.

Am Anfang steht immer die richtige Bestimmung: welche Art, wie stark der Befall und welcher Weg erlaubt und sinnvoll ist. Erst daraus ergibt sich das passende Verfahren.

Lupe — genaue Bestimmung und Prüfung
Symbolbild · Foto: Unsplash

Rund um die Schädlingsbekämpfung gibt es viele Fachwörter — und für fast jedes auch einen Alltagsbegriff. Hier erklären wir die wichtigsten kurz und klar. Haben Sie eine konkrete Frage, beraten wir Sie gern am Telefon.

Beruf und Vorgehen

Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger)
„Schädlingsbekämpfer“ ist die korrekte Berufsbezeichnung — ein anerkannter Ausbildungsberuf. „Kammerjäger“ ist der alte Alltagsbegriff. Gemeint ist beide Male dieselbe Fachperson.
Ungezieferbekämpfung
Umgangssprachlich für Schädlingsbekämpfung. „Ungeziefer“ ist ein wertender Alltagsbegriff; fachlich spricht man von Schädlingen.
Sachkundenachweis
Der gesetzlich geforderte Nachweis, dass jemand bestimmte Biozide und Gefahrstoffe fachgerecht anwenden darf (u. a. nach TRGS 523). Ein echtes Qualitätsmerkmal.
Integriertes Schädlingsmanagement (IPM)
Das Fachkonzept aus Monitoring, Vorbeugung und gezielter Bekämpfung. Statt blindem Sprühen wird erst bestimmt, dann gehandelt.

Methoden und Mittel

Vergrämung
Das Vertreiben von Tieren, ohne sie zu töten. Bei geschützten Arten, Tauben und beim Marder der erlaubte Weg.
Umsiedlung (Umsetzen)
Ein Nest wird abgesaugt und an einen sicheren Ort versetzt — der bevorzugte Weg bei Wespen und der Regelweg bei der geschützten Hornisse.
Aussperren / Zugangssicherung
Das dauerhafte Abdichten aller Einschlupfstellen — der nachhaltige Kern bei Marder, Mäusen und Ratten.
Wärme-/Hitzebehandlung
Räume oder Gegenstände werden auf hohe Temperaturen gebracht, die alle Stadien abtöten — chemiefrei. Üblich bei Bettwanzen (etwa 50–60 °C) und Holzschädlingen.
Begasung
Ein Sonderverfahren, etwa gegen Holzschädlinge. Anzeige- und genehmigungspflichtig und nur durch zertifizierte Fachbetriebe zulässig.
Rodentizid / Biozid
„Rodentizid“ ist das Fachwort für Nagetiergift, „Biozid“ der Oberbegriff. Im Freien und öffentlich nur durch Sachkundige ausgebracht.
Köderschutzbox / Ködergel
Geschlossene Boxen sichern den Köder vor Kindern, Haustieren und anderen Tieren. Ködergel kommt vor allem gegen Schaben und Ameisen zum Einsatz.
Oothek (Eikapsel)
Das Eipaket der Schaben. Weil daraus immer wieder Tiere nachschlüpfen, ist bei Schaben meist eine Nachbehandlung nötig.
Bohrmehl
Das feine Mehl, das Holzschädlinge beim Fraß hinterlassen. Helles, frisches Bohrmehl deutet auf einen aktiven Befall hin.

Arten richtig einordnen

Schabe (Kakerlake)
„Schabe“ ist der Fachbegriff, „Kakerlake“ der Alltagsbegriff — häufig die Deutsche Schabe. Harmlos und oft verwechselt ist das Waldschäbchen.
Wespe
In Deutschland gibt es rund 16 staatenbildende Arten. Nur die Deutsche und die Gemeine Wespe gehen gezielt an Essen.
Hornisse
Die heimische Europäische Hornisse ist besonders geschützt und friedlicher als ihr Ruf. Davon zu unterscheiden ist die invasive Asiatische Hornisse.
Ratte und Maus
Meist die Wanderratte und die Hausmaus. Rattenkot ist groß und länglich, Mäusekot klein und reiskorngroß.
Steinmarder
Der „Marder“ im Dach und am Auto. Er unterliegt dem Jagdrecht; erlaubt sind Vergrämen und Aussperren.
Holzwurm und Hausbock
„Holzwurm“ ist die Larve des Gemeinen Nagekäfers. Der Hausbock befällt verbautes Nadelholz und ist statisch besonders kritisch.
Silberfischchen
Kleine, silbrig glänzende, harmlose Insekten in Bad und Küche — vor allem ein Hinweis auf zu hohe Luftfeuchtigkeit.
Bettwanze
Ein nachtaktives, blutsaugendes Insekt, das sich tagsüber in Ritzen am Schlafplatz versteckt. Häufig nach einer Reise eingeschleppt.

Schädlings-Kategorien

  • Gesundheitsschädlinge übertragen Krankheiten oder Keime — zum Beispiel Ratten und Schaben.
  • Vorratsschädlinge befallen Lebensmittel und Vorräte — zum Beispiel Lebensmittelmotten.
  • Materialschädlinge schädigen Material und Bausubstanz — zum Beispiel Holzschädlinge und Kleidermotten.
  • Lästlinge stören nur, ohne echten Schaden — zum Beispiel Silberfischchen.

Recht und Schutz — kurz erklärt

Naturschutz (§ 39 BNatSchG)
Wild lebende Tiere stehen unter allgemeinem Schutz; man darf sie nicht ohne vernünftigen Grund fangen, verletzen oder ihre Nester zerstören.
Besonders geschützte Arten
Dazu zählen die Europäische Hornisse und manche Wildbienen und Waldameisen. Hier ist Töten oder Zerstören grundsätzlich verboten.
Melde- und Bekämpfungspflicht
Bei Ratten besteht in vielen Kommunen eine solche Pflicht über kommunale Satzungen. Ob sie greift, klären Sie beim örtlichen Ordnungs- oder Gesundheitsamt.
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